Der ARD Presseclub ist ein traditionsreiches Diskussionsformat des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, das wöchentlich aktuelle politische und gesellschaftliche Themen analysiert. Die Sendung wird vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) produziert und sonntags zeitgleich im Fernsehen auf Das Erste und Phoenix sowie im Radio auf WDR 5 und NDR Info übertragen. Das Format fungiert als direkter Nachfolger des „Internationalen Frühschoppens“ und hat sich seit seiner Einführung im Jahr 1987 als feste Institution in der deutschen Medienlandschaft etabliert.
Im Zentrum jeder Ausgabe steht ein ausgewähltes Schwerpunktthema der Woche, das unter der Leitung wechselnder Moderatoren wie Jörg Schönenborn, Ellen Ehni oder Susan Link debattiert wird. Die Besetzung der Diskussionsrunde besteht in der Regel aus vier Journalistinnen und Journalisten unterschiedlicher Medienhäuser. Ziel ist es, durch die Einbeziehung verschiedener publizistischer Perspektiven eine tiefgreifende Analyse der aktuellen Nachrichtenlage zu ermöglichen. Dabei liegt der Fokus weniger auf der tagesaktuellen Berichterstattung als vielmehr auf der Einordnung von Hintergründen, dem Austausch kontroverser Argumente und der Bewertung politischer Entwicklungen.
Ein charakteristisches Merkmal des Formats ist die journalistische Vielfalt der geladenen Gäste, die aus den Bereichen Print, Online und Rundfunk stammen. Dies soll eine Breite der Meinungen sicherstellen, die über die bloße Wiedergabe von Fakten hinausgeht. Der Podcast-Feed stellt die Audiospur der Sendung zur Verfügung und ermöglicht somit einen zeitversetzten Zugriff auf die Debatten. In der erweiterten Fassung „Presseclub nachgefragt“ erhält zudem das Publikum die Möglichkeit, Fragen direkt an die anwesenden Journalisten zu richten und so den Diskurs zu ergänzen.
Der ARD Presseclub richtet sich an Hörerinnen und Hörer, die an einer differenzierten Auseinandersetzung mit der Bundespolitik, internationalen Beziehungen sowie wirtschaftlichen und sozialen Fragestellungen interessiert sind. Durch die langjährige Beständigkeit und die Konzentration auf fachliche Expertise gilt die Sendung als wesentlicher Bestandteil der politischen Meinungsbildung im deutschsprachigen Raum.