Les Grosses Têtes ist eine der traditionsreichsten und erfolgreichsten Sendungen in der Geschichte des französischen Hörfunks. Seit ihrem Debüt im Jahr 1977 auf dem privaten Sender RTL hat sie sich zu einer festen Größe in der Medienlandschaft entwickelt. Die Show, die aktuell von dem erfahrenen Moderator Laurent Ruquier geleitet wird, folgt einem bewährten Format, das Unterhaltung mit kultureller Bildung verbindet. Ruquier übernahm die Leitung im Jahr 2014 von Philippe Bouvard, der die Sendung über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hatte.
Das inhaltliche Konzept basiert auf einer Diskussionsrunde mit wechselnden Gästen, den sogenannten „Sociétaires“. Diese Gruppe setzt sich aus einer Mischung von Komikern, Schauspielern, Intellektuellen und Journalisten zusammen. Im Mittelpunkt stehen Fragen, die von den Zuhörern eingereicht werden und ein breites Themenspektrum von Geschichte, Literatur und Kunst bis hin zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen abdecken. Ziel der geladenen Gäste ist es, diese Fragen durch gemeinsames Raten und Diskutieren zu beantworten.
Charakteristisch für „Les Grosses Têtes“ ist der humoristische und oft respektlose Tonfall. Die Sendung lebt vom schnellen Wortwitz, den spontanen Improvisationen und den persönlichen Anekdoten der Teilnehmer. Trotz des primär unterhaltenden Charakters bleibt der Bildungsaspekt durch die oft anspruchsvollen Quizfragen stets präsent. Die tägliche Ausstrahlung am Nachmittag erreicht ein Millionenpublikum und wird durch ein umfangreiches digitales Angebot ergänzt.
Der zugehörige Podcast ermöglicht es den Hörern, die vollständigen Sendungen zeitunabhängig abzurufen. Das digitale Archiv umfasst zudem Bonusmaterial und historische Ausschnitte, die die Entwicklung der Show über die Jahrzehnte dokumentieren. Produziert wird das Format in Paris, wobei die Aufzeichnungen regelmäßig vor einem Live-Publikum stattfinden, was die dynamische Atmosphäre der Diskussionen unterstützt. Als kulturelles Phänomen bleibt die Sendung ein zentraler Bestandteil der frankophonen Radiokultur und ist für ihre Mischung aus Gelehrsamkeit und Volkstümlichkeit bekannt.