Sternstunde Philosophie

Sternstunde Philosophie Podcast

Sternstunde Philosophie ist ein anspruchsvolles Gesprächsformat des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF), das sich den grundlegenden Fragen der menschlichen Existenz sowie den intellektuellen Herausforderungen der Gegenwart widmet. Das Format, das sowohl für das Fernsehen produziert als auch als Podcast distribuiert wird, zeichnet sich durch eine Vertiefung gesellschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Themen aus einem philosophischen Blickwinkel aus. Im Zentrum jeder Episode steht ein etwa einstündiges Gespräch, das Raum für komplexe Argumentationsketten und differenzierte Analysen bietet, die über die tagesaktuelle Berichterstattung hinausgehen.

Die inhaltliche Ausrichtung verknüpft klassische philosophische Traditionen mit modernen Diskursen. Zu den behandelten Sujets gehören ethische Fragestellungen im Kontext von Technologie und Medizin, politische Philosophie angesichts globaler Krisen sowie soziologische Reflexionen über den Zustand der modernen Gesellschaft. Das Ziel der Sendung ist die Vermittlung von Orientierungswissen und die Anregung zum selbstständigen Denken durch den Dialog mit führenden Köpfen des internationalen Geisteslebens.

Die Moderation wird von einem festen Team getragen, zu dem profilierte Persönlichkeiten wie Barbara Bleisch, Wolfram Eilenberger, Yves Bossart und Olivia Röllin gehören. Diese führen Gespräche mit Gästen aus Philosophie, Wissenschaft, Kultur und Politik, wobei die Auswahl der Gesprächspartner oft interdisziplinär erfolgt. Die Gesprächsführung ist geprägt von einer analytischen Distanz und einer sachlichen Herangehensweise, die den intellektuellen Gehalt der Aussagen in den Vordergrund stellt.

Produziert in Zürich, hat sich die Sternstunde Philosophie im gesamten deutschsprachigen Raum als eine der zentralen Plattformen für den vertieften Ideenaustausch etabliert. Das Format fungiert als Brücke zwischen akademischer Forschung und öffentlichem Diskurs. Durch die regelmäßige Publikation neuer Episoden entsteht ein fortlaufendes Archiv zeitgenössischer Geistesgeschichte, das sowohl aktuelle Krisen als auch zeitlose metaphysische Fragen dokumentiert. Die Sendung richtet sich an ein Publikum, das an einer seriösen Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen unseres Zusammenlebens interessiert ist.

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Zusammenfassung der Episode

In diesem Gespräch mit der Philosophin Svenja Flassböller geht es um die Abkehr von der romantischen Idee der „perfekten Passung“ hin zu einer bewussten Entscheidung für den Partner. Die Sprecherin reflektiert dabei ihre persönliche Entwicklung von einem impulsiven Lebensstil hin zu einer stabilen Ehe und nutzt die Philosophie Sören Kierkegaards, um Konzepte wie Bindung, Freiheit und die Überwindung von Affektlagen zu erläutern. Die Diskussion beleuchtet zudem die Bedeutung von Autonomie innerhalb einer Beziehung sowie die Notwendigkeit psychischer und materieller Unabhängigkeit für wahre Bindung. Abschließend werden Themen wie die Schwierigkeit von Trennungen, das Vermeiden von Idealisierung und die Wichtigkeit einer eigenen Identität jenseits der Partnerschaft thematisiert.

Kapitel

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Highlights

Es geht nicht darum, den Richtigen zu wählen, sondern es kommt auf das Pathos an, mit dem man wählt.

00:02:47 · Sie bezieht sich auf Kierkegaard, um zu betonen, dass die Intensität der Entscheidung wichtiger ist als die Suche nach einem perfekten Gegenstück.

Dass man den Konflikt nicht als Hinderungsgrund sieht, sondern eben als Möglichkeit. Oder ich würde sogar sagen, als Bedingung der Möglichkeit, dass etwas geladen kann.

00:12:04 · Die Philosophin beschreibt Konflikte in einer modernen Beziehung als notwendige Voraussetzung für gemeinsames Wachstum.

Derjenige, der sich bindet, der gehorcht eben nicht heute dieser Lust und morgen jene, der macht sich nicht zum Sklaven seiner Lust, sondern er schafft es, sich in eine Distanz zur Lust zu setzen.

00:18:13 · Sie erläutert Kierkegaards Sichtweise, dass wahre Freiheit durch die Fähigkeit zur Bindung und Selbstbeherrschung entsteht.

Frei binden kann sich nur, wer in der Lage ist zu gehen.

00:30:43 · Die zentrale These des Buches besagt, dass eine gesunde Bindung psychische und materielle Unabhängigkeit voraussetzt.

Intimität ist ein lateinisches Wort, Intimus, und meint das Innerste. Also das heißt, rein begrifflich schon ist die Intimität, braucht die eine Grenze, ein Außen.

00:35:11 · Die Sprecherin erklärt ihre Definition von Intimität als ein Bereich, der durch Ausschließlichkeit gegenüber der Außenwelt definiert wird.

Folgen

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Bleiben, obwohl man gehen könnte?

In diesem Gespräch mit der Philosophin Svenja Flassböller geht es um die Abkehr von der romantischen Idee der „perfekten Passung“ hin zu einer bewussten Entscheidung für den Partner. Die Sprecherin reflektiert dabei ihre persönliche Entwicklung von einem impulsiven Lebensstil hin zu einer stabilen Ehe und nutzt die Philosophie Sören Kierkegaards, um Konzepte wie Bindung, Freiheit und die Überwindung von Affektlagen zu erläutern. Die Diskussion beleuchtet zudem die Bedeutung von Autonomie innerhalb einer Beziehung sowie die Notwendigkeit psychischer und materieller Unabhängigkeit für wahre Bindung. Abschließend werden Themen wie die Schwierigkeit von Trennungen, das Vermeiden von Idealisierung und die Wichtigkeit einer eigenen Identität jenseits der Partnerschaft thematisiert.

19 Sep. 2026
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Warum uns Hunde glücklich machen und Wölfe weise

In diesem Gespräch mit dem Biologen Kurt Kotrschall wird die tiefe, evolutionäre Verbindung zwischen Mensch, Hund und Wolf beleuchtet. Der Experte erläutert, dass die Domestikation des Hundes auf einer sozialen Kooperation basiert, die bereits vor 40.000 Jahren begann, und dass diese Beziehung für die menschliche Entwicklung essenziell ist. Der Beitrag thematisiert zudem die ethischen Herausforderungen der modernen Veterinärmedizin sowie das Spannungsfeld zwischen Mensch und Wolf, wobei der Wolf als politisch aufgeladene Symbolfigur analysiert wird. Abschließend wird die Notwendigkeit eines neuen Menschenbildes diskutiert, das Tiere als Mitgeschöpfe betrachtet und den Schutz von Ökosystemen als existenzielle Notwendigkeit betont.

12 Sep. 2026
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Funktionierst Du noch, oder lebst Du schon?

In diesem Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa diskutiert die Moderatorin Olivia Röllin das Spannungsfeld zwischen dem 'Vollziehen' von Regeln und dem echten 'Handeln'. Rosa erläutert, dass sich der Mensch lebendig fühlt, wenn er auf Situationen individuell reagieren kann, während automatisierte Abläufe und bürokratische Vorgaben zu Entfremdung führen können. Der Austausch beleuchtet zudem die Gefahr, dass durch zunehmende Reglementierung und technologische Überwachung die emotionale Verbindung zum Handeln verloren geht. Rosa plädiert für mehr Eigenverantwortung und Spielräume in Berufen wie der Pflege oder Lehre, um die Komplexität des Lebens nicht durch starre Protokolle und Optimierungsdruck zu ersticken.

05 Sep. 2026
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Wie Tiere den Tod verstehen – und was das über uns verrät

In diesem Podcast diskutiert die Philosophin Susanna Monso über das Verständnis von Tod und Sterblichkeit in der Tierwelt. Dabei wird zwischen instinktiven Reaktionen, wie bei Ameisen, und komplexeren kognitiven Verhaltensweisen bei Elefanten, Orcas oder Primaten unterschieden. Die Episode erörtert zudem die Unterscheidung zwischen Trauer und dem Bewusstsein für die eigene Endlichkeit sowie das Konzept eines minimalen Todesverständnisses. Abschließend wird die philosophische Bedeutung der Akzeptanz unserer eigenen Tierhaftigkeit und des Sterbens als universellem Teil des Lebenszyklus thematisiert.

29 Aug. 2026
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Dicke Körper, dünne Moral: Kate Manne über Fettfeindlichkeit

In diesem Interview diskutiert die Philosophin Kate Mann über Fettfeindlichkeit als eine Form der Diskriminierung, die eng mit Misogynie, Rassismus und Klassismus verknüpft ist. Sie thematisiert die medizinische Vernachlässigung übergewichtiger Menschen sowie den gesellschaftlichen Druck zur Gewichtsreduktion trotz wissenschaftlicher Belege für die Unwirksamkeit von Diäten. Die Diskussion beleuchtet zudem die Rolle der Pharmaindustrie bei der Pathologisierung von Körpermerkmalen und die ökonomischen Interessen der Schönheitsindustrie. Abschließend wird das Konzept der 'Body Reflexivity' als Alternative zu herkömmlichen Ansätzen vorgestellt sowie die Notwendigkeit von Antidiskriminierungsgesetzen erörtert.

22 Aug. 2026