Zusammenfassung der Episode
Wie kann Technologie dabei helfen, problematische Goldlieferketten zu unterbinden und mehr Transparenz im Goldhandel zu schaffen? Der Geophysiker Dario Biedermann hat Methoden aus der Rohstoffexploration weiterentwickelt, um nachzuweisen, woher Gold tatsächlich stammt. Anhand der Spurenelemente untersucht er die Zusammensetzung einer Lieferung und gleicht sie mit bekannten Herkunftsprofilen ab. Im Gespräch zeigt er auf, warum die Überprüfung möglichst zu Beginn der Lieferkette ansetzen muss und weshalb sie an Grenzen stösst, sobald Gold aus verschiedenen Quellen vermischt wird. Er spricht über den Mythos von «Recycled Gold», die riesigen Unterschiede bezüglich Realitäten, Praxis und Recht in Herkunfts- und Zielländern, und widerspricht der gängigen Vorstellung, dass informelle Lieferketten automatisch kriminelle Absichten voraussetzen.
Wie kann Technologie dabei helfen, problematische Goldlieferketten zu unterbinden und mehr Transparenz im Goldhandel zu schaffen? Der Geophysiker Dario Biedermann hat Methoden aus der Rohstoffexploration weiterentwickelt, um nachzuweisen, woher Gold tatsächlich stammt. Anhand der Spurenelemente untersucht er die Zusammensetzung einer Lieferung und gleicht sie mit bekannten Herkunftsprofilen ab. Im Gespräch zeigt er auf, warum die Überprüfung möglichst zu Beginn der Lieferkette ansetzen muss und weshalb sie an Grenzen stösst, sobald Gold aus verschiedenen Quellen vermischt wird. Er spricht über den Mythos von «Recycled Gold», die riesigen Unterschiede bezüglich Realitäten, Praxis und Recht in Herkunfts- und Zielländern, und widerspricht der gängigen Vorstellung, dass informelle Lieferketten automatisch kriminelle Absichten voraussetzen.
Folgen
Gold: Herkunftsnachweis durch Technologie
GehörtWie kann Technologie dabei helfen, problematische Goldlieferketten zu unterbinden und mehr Transparenz im Goldhandel zu schaffen? Der Geophysiker Dario Biedermann hat Methoden aus der Rohstoffexploration weiterentwickelt, um nachzuweisen, woher Gold tatsächlich stammt. Anhand der Spurenelemente untersucht er die Zusammensetzung einer Lieferung und gleicht sie mit bekannten Herkunftsprofilen ab. Im Gespräch zeigt er auf, warum die Überprüfung möglichst zu Beginn der Lieferkette ansetzen muss und weshalb sie an Grenzen stösst, sobald Gold aus verschiedenen Quellen vermischt wird. Er spricht über den Mythos von «Recycled Gold», die riesigen Unterschiede bezüglich Realitäten, Praxis und Recht in Herkunfts- und Zielländern, und widerspricht der gängigen Vorstellung, dass informelle Lieferketten automatisch kriminelle Absichten voraussetzen.
Extremismus und Gewalt
GehörtWas begünstigt Radikalisierung und wann wird aus einer extremen Haltung tatsächlich eine gesellschaftliche Gefahr? Dr. Anina Schwarzenbach ist Soziologin, Kriminologin und Senior Researcher am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Bern. Sie spricht über die sozialen und individuellen Dynamiken hinter Extremismus und politischer Gewalt und beleuchtet die Rolle von Netzwerken, Isolation und Männlichkeitsnormen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Unterscheidung von Korrelation und Kausalität, die auch für die rechtliche Einordnung zentral ist. Zudem geht es um Möglichkeiten und Grenzen von Prävention, die Wirkung medialer Narrative und die offene Frage, wie KI Radikalisierungsprozesse künftig verändern könnte.
Zur Strafbarkeit von Aussenpolitik
GehörtWer hat welche Verantwortung in Zusammenhang mit internationalen, bewaffneten Konflikten? Welche völkerrechtlichen Pflichten hat die Schweiz als Staat für politische Entscheidungen, und wann entsteht daraus eine individuelle strafrechtliche Verantwortung eines Regierungsmitglieds? Mit Strafrechtler und Anwalt Marcel Bossonnet diskutieren wir über staatliche und individuelle Handlungs- und Unterlassungspflichten, Garantenstellung und Vorsatz, ebenso wie über die Rolle von Dual-Use-Gütern und Exportbewilligungen. Ausgangspunkt ist die Eingabe von Marcel Bossonet und weiteren AnwältInnen an den Internationalen Strafgerichtshof zur Schweizer Politik gegenüber Israel. Konkret werfen sie Bundesrat Ignazio Cassis Beihilfe zu Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozid vor.
Sexarbeitende in der Schweiz
GehörtGemäss Art. 199 StGB ist Sexarbeit grundsätzlich legal. Dennoch ist es schwierig, sie rechtmässig auszuüben, wegen des föderalen Flickenteppichs mit diversen rechtlichen Regelungen. Lorena Molnar ist Kriminologin und Leiterin des vom SNF geförderten Forschungsprojekts PREVICT-SW an der Universität Fribourg. Darin untersucht sie die Zusammenhänge von Viktimisierung, Stigmatisierung und Regulierung, und wie man staatliche Gewaltprävention und Selbstbestimmung von Sexarbeitenden verbinden kann. Im Gespräch vergleicht sie die vier europäischen Regulierungsmodelle und erklärt, weshalb Dekriminalisierung den besten Schutz von Sexarbeitenden verspricht, aber weitreichende rechtliche, institutionelle und gesellschaftliche Veränderungen voraussetzt. Das Gespräch ist in englischer Sprache.
Jenische: Völkermord in der Schweiz?
GehörtZwischen 1926 und 1973 wurden den Schweizer Jenischen ihre Kinder weggenommen. Jenische wurden entmündigt, zwangsinterniert und sterilisiert. Wie konnte ein solches Unrecht in einem demokratischen Rechtsstaat über Jahrzehnte bestehen? Nadja Capus, Strafrechtsprofessorin an der Universität Neuenburg ordnet die Verfolgung als Makrokriminalität ein. Sie spricht über das Verbrechen gegen die Menschlichkeit und beleuchtet die umstrittene Frage, ob die Verfolgung den Tatbestand des Völkermords erfüllt, im Lichte von Zerstörungsabsicht, systematischen Kindswegnahmen, Rückwirkungsverbot, Verjährung und den Grenzen des Völkerstrafrechts. Bezüglich der bis heute sehr zögerlichen Aufarbeitung spricht Nadja Capus von «willful ignorance»: Problematisch sei nicht nur das fehlende Wissen. Vielmehr müsse man sich die Frage stellen, wie institutionelle Entscheidungen dazu beitragen, dass bestimmtes Wissen gar nicht erst entsteht.